eipcp transversal unsettling knowledges
03 2012
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editorial


transversal

unsettling knowledges

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Die Krisen innerhalb des kognitiven Kapitalismus und der kognitiven Arbeit spiegeln sich wider in der Reproduktion und Verschärfung globaler Arbeitsteilungen und der Entstehung neuer Formen der Ausbeutung als Teil eines Regimes flexibler Kapitalakkumulation. Während einerseits drastische Sparmaßnahmen und verschärfte Kontrollmechanismen zu einer radikalen Transformation des Wohlfahrtsstaats führen, enstehen andererseits neue Netzwerke der Kommunikation, der Kämpfe und auch alternativer Wissensformen.

Diese Ausgabe von transversal versucht, einige der Grundannahmen einer Theorie des kognitiven Kapitalismus erneut in den Blick zu nehmen durch eine Verunsicherung der Begriffe des Wissens selbst und durch die Auseinandersetzung mit den Bedingungen seiner Vereinnahmung, „Neuerfindung“ und mit seinem Vermögen, Welten zu schaffen. Die einzelnen Beiträge folgen den Linien einer (post)kolonialen Historizität und der feministischen und geopolitischen Kritik kapitalistischer Inwertsetzung und fragen nach der Materialität des Wissens und seiner Produktion in Bezug auf Ressourcen und den Körper sowie nach der Verwobenheit von Kunst- und Wissensproduktion mit politischen Kämpfen.

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The crises within cognitive capitalism and cognitive labor are mirrored in the reproduction and exacerbation of global divisions of labor and the emergence of new forms of exploitation as part of a regime of flexible capital accumulation. While drastic austerity measures and heightened control mechanisms lead to a radical transformation of the welfare state on the one hand, new networks of communication, struggle and alternative forms of knowledge emerge on the other.

This issue of transversal attempts to review some of the general assumptions of a theory of cognitive capitalism and to unsettle the very notions of knowledge and its production, discussing the conditions of its capture, its “re-invention” and its capacity for creating worlds. The individual essays follow the lines of a (post-)colonial historicity and a feminist and geopolitical critique of capitalist valorization, thereby questioning the materiality of knowledge and its production in relation to resources and bodies, as well as how art and knowledge production are interwoven with political struggles.