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11 2010
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AFFEKTIVER Wert

Kolonialität, Feminisierung und Migration

Übersetzt von Birgit Mennel

Encarnación Gutiérrez Rodríguez

Encarnación Gutiérrez Rodríguez

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Postmarxistische Wissenschaftler_innen haben die affektive Arbeit als eine der Achsen der Produktion innerhalb der Wissens-, Medien-, Informations- und Kreativindustrien identifiziert. Während sich diese Analyse hauptsächlich mit dem beschäftigt, was man in Marx’schen Begrifflichkeiten als Produktionssphäre bezeichnet, wird der reproduktiven Sphäre nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Die feministischen Debatten in den 1970ern spielten eine wesentliche Rolle darin aufzuzeigen, wie untrennbar reproduktive Sphäre und Sphäre der Produktion miteinander verbunden sind. Mit dem Fokus auf die Hausarbeit haben marxistische Feminist_innen gezeigt, dass diese Arbeit für die Reproduktion der Gesellschaft notwendig ist.[1] Trotz der feministischen „Lohn für Hausarbeit“-Kampagnen und der Insistenz auf dem Mehrwert, der durch diese Arbeit geschaffen wird, sowie trotz der Tatsache, dass die Hausarbeit für die gesellschaftliche Reproduktion konstitutiv ist, wird diese Arbeit in der Gesellschaft weiterhin entwertet.

Seit marxistische Feminist_innen aufgezeigt haben, dass die soziale Entwertung der Hausarbeit untrennbar mit der Feminisierung und Rassifizierung der Arbeitskräfte verbunden ist, hat sich wenig verändert.[2] Die Frage des Werts in der Hausarbeit muss folglich aufs Neue angesprochen werden, da sie darauf hindeutet, dass Prozesse der Feminisierung sowie der Kolonialität der Arbeit in der Organisation der kapitalistischen Produktionsweisen fortbestehen. Die Hausarbeit ist kein singulärer Ausdruck dessen, wie diese beiden Prozesse an der Gestaltung der sozialen Stratifizierung beteiligt sind, aber sie ist  symptomatisch für die Organisation der Produktion von Kapital heute. Die Diskussion über den affektiven Wert, anhand der Analyse der Hausarbeit exemplifiziert, reicht über den Fokus auf die Hausarbeit allein hinaus. Stattdessen fordert sie uns dazu auf, die Hausarbeit als affektive Arbeit, durch die affektiver Wert produziert wird, als paradigmatisch für die heutigen Produktionsweisen zu begreifen. Folgen wir den Diskussionen der Precarias a la deriva, so ist Feminisierung charakteristisch für neue, durch Prekarität markierte Formen von Arbeitsverhältnissen, Ausbeutung und Kodifizierung der Arbeiter_innenschaft sowie der Arbeitskraft.[3] Diese neuen Produktionsweisen erhalten ihre Ausprägung indes nicht nur durch Charakteristika, die der feminisierten Arbeit zugeschrieben werden, sondern auch durch die in der Kolonialität der Arbeit verankerten Mechanismen der Subalternisierung, wie wir hier am Beispiel der Hausarbeit zeigen werden.

Zahlreiche Studien haben sich eingehend mit jenen Dynamiken befasst, die im Beschäftigungsverhältnis zwischen zwei Frauen im Hinblick auf die Hausarbeit produziert werden, und sie als ein „Band der Ausbeutung“[4] [bond of exploitation] bezeichnet. Wie ich jedoch zeigen werde, verkompliziert sich dieses Ausbeutungsverhältnis, wenn wir Hausarbeit als affektive Arbeit begreifen: Es wird deutlich, dass – obwohl eine der beiden Frau beschäftigt wurde, um der anderen Frau behilflich zu sein und den Haushalt zu versorgen –, beide Frauen durch diese Arbeit auf ähnliche, aber auch unterschiedliche Weise affiziert werden, während ihre Affekte gleichzeitig auf diese Arbeit einwirken. Der grundlegende Charakter dieser Arbeit als lebendiger Arbeit wird durch Affekte gestärkt, die im Zuge ihrer Verwirklichung produziert und integriert werden. Hausarbeit als affektive Arbeit ist ein Ausdruck globaler Ungleichheiten, die sich den Körpern von Frauen eingeprägt haben. Wie Pierette Hondagneu-Sotelo beobachtet, die Globalisierung hat neue Ungleichheitsregime geschaffen, in denen die Überschneidungen von „Rasse“, Geschlecht und Klasse neu abgemischt wurden.[5] Diese neuen Ungleichheitsregime spiegeln sich in Privathaushalten wieder. Migrantinnen aus Osteuropa und aus dem globalen Süden übernehmen die Hausarbeit, die immer noch den Frauen überlassen wird.

Der Ausdruck, der Eindruck, die Übertragung und die Zirkulation von Affekten in jenen Privathaushalten, die Hausarbeiter_innen beschäftigen, die manchmal dem rechtlichen Status (undokumentierter) Migrant_innen unterworfen sind, entwickeln sich innerhalb der soziopolitischen Dynamiken ihrer Emergenz. Affekte legen nicht nur einen Kontext offen, sondern zeichnen sich innerhalb einer konkreten historischen und geopolitischen Arena ab. Obwohl sie aus den Dynamiken unserer Kräfte, Impulse, Gefühle und Begegnungen hervorgehen[6], führen sie auch Reste von Bedeutung mit sich. Sie werden von früheren Intensitäten heimgesucht, die in der Gegenwart nicht immer verdeutlicht und erfasst werden. Der unmittelbare Ausdruck und die Übertragungen von Affekten können tatsächlich unterdrückte Gefühle sowie Schmerz- und Leiderfahrungen wieder aufleben lassen. Obwohl sie nicht explizit als solche geäußert werden, sind sie zeitliche und räumliche Konstellationen gewisser Zeiten, die sich in komplizierter Weise in die Vermächtnisse der Vergangenheit und in die Verläufe von Gegenwart und Zukunft einschreiben. Indem ich die  Übertragung und Zirkulation von Affekten in der Hausarbeit im Rahmen der Kodierung der Wertkette kontextualisiere, werde ich im Folgenden für die Bedeutung der Produktion von affektivem Wert im Hinblick auf die gesellschaftliche Reproduktion argumentieren. Zunächst werde ich die Frage des Werts einführen; darauf folgt seine Kontextualisierung innerhalb des von Anibal Quijano entworfenen Rahmens der Kolonialität der Arbeit sowie des Marx’schen Konzepts der Ungleichzeitigkeit, das ich auf den „Doublebind“ von Modernität/Kolonialität beziehe. Aus dieser Perspektive werden wir uns der Frage der Kodifizierung der lebendigen Arbeit nähern und uns dabei auf die Dimension des „Mehrwerts“ in der Hausarbeit ebenso konzentrieren wie auf ihre affektive Eigenschaft. Den Abschluss bilden einige Überlegungen zur affektiven Arbeit und zum affektiven Wert. Nehmen wir also nun die Frage des Werts unter die Lupe.


Wert

Die Wertanalyse bildet das Herzstück (post-)marxistischer Theorie. Durch ihren Fokus auf die Schnittstelle von Tauschwert und Gebrauchswert brachte uns die marxistische Theorie dazu, über den relationalen Charakter  der Wertproduktion nachzudenken, der einen sozialen und kulturellen Konsens zum Ausdruck bringt. Daher, und daran erinnert auch Gayatri Chakravorty Spivak, ist die Frage des Werts schon an sich mit ihrer kulturellen Kodierung verknüpft, da, so ihr Argument, „das Außer-Acht-Lassen der Arbeitswerttheorie bedeutet, die textuellen und axiologischen Implikationen einer materialistischen Prädikation des Subjekts zu vergessen“.[7]

Spivak tritt hier für einen Wertanalyse ein, welche die „materialistische Prädikation“ der Kultur ebenso berücksichtigt, wie die „kulturelle Prädikation“ der kapitalistischen Produktion. Als Chiffre, die aus der ihr innewohnenden Beziehung zwischen Überbau (Ideologie) und Basis (Materialität) resultiert, verweist der Wert auf die transversale Beschaffenheit der Logik von Arbeitsausbeutung und Kapitalakkumulation. Es ist der Punkt der Verqueerung des Kapitals, an dem die Logik des Kapitals einerseits greifbar wird und andererseits zerstreut bleibt. Der Wert als solcher wird durch zwei offensichtlich diametral entgegengesetzte Bewegungen gekennzeichnet, nämlich Substanz (Konsolidierung) auf der einen Seite sowie Fluidität (Zerstreuung) auf der anderen. Die erste Dimension verweist auf sein historisches Werden und auf seinen ontologischen Charakter; die zweite bezieht sich auf die transgressive und rhizomatische Natur des Werts, die durch soziale Dynamiken, Prozesse und Ereignisse bedingt ist. Wie Marx hinsichtlich der Ware sagt, der Wert einer Ware mag uns nichts über die Körperlichkeit Arbeitskräfte erzählen, die sie produziert haben, aber es ist das Sinnesvermögen ihrer Produzent_innen, die die Ware mit Wert versehen:

 „Das Geheimnisvolle der Warenform besteht also einfach darin, dass sie den Menschen die gesellschaftliche Charaktere der Arbeitsprodukte selbst, als gesellschaftliche Natureigenschaften dieser Dinge zurückspiegelt, daher auch das gesellschaftliche Verhältnis der Produzenten zur Gesamtarbeit als ein außer ihnen existierendes gesellschaftliches Verhältnis von Gegenständen. Durch dies Quidproquo werden die Arbeitsprodukte Waren, sinnlich übersinnliche oder gesellschaftliche Dinge. So stellt sich der Lichteindruck eines Dinges auf den Sehnerv nicht als subjektiver Reiz des Sehnervs selbst, sondern als gegenständliche Forme eines Dings außerhalb des Auges dar. Aber beim Sehen wird wirklich Licht von einem Ding, dem äußeren Gegenstand, auf ein andres Ding, das Auge, geworfen.“[8]

Eine Ware ist ein „geheimnisvolles Ding“. Obwohl sie einen „objektiven Charakter“ zu haben scheint und losgelöst von ihren Produzent_innen aus ihrem Verhältnis zu anderen Waren hervorgeht, sind es die Wahrnehmungen ihrer Produzent_innen, die sie bedingen. Wenn wir die affektiven Verhältnisse außer Acht lassen, aus denen dieses Produkt hervorgeht, ist die soziale Eigenschaft einer Ware somit durch die Sinne ebenso „wahrnehmbar“ wie auch „nicht wahrnehmbar“. Wenn wir der Frage, auf welche Weise Produkte mit unserer „subjektiven“ Seite, mit unseren „Sinnen“ sowie mit der Zirkulation von Affekten in Beziehung stehen, keine Beachtung schenken, können wir das kulturelle und soziale Gewebe der kapitalistischen Produktion nicht erfassen. Für Marx besteht ein Zusammenhang zwischen der Produktion und unseren „Sinnen“; erstere kann daher nicht bloß auf ein Ding – „die Ware“ – reduziert werden. Der alleinige Fokus auf die „Ware“ als Erscheinungsform verbirgt jene Elemente, die zu ihrer Produktion beigetragen haben, nämlich die Arbeiter_innenschaft, die Arbeitskraft und die Arbeitszeit, also kurz: die lebendige Arbeit. Ferner resultiert die Wahrnehmung einer Ware als etwas, das nützlich ist oder Wert generiert, auch aus ihrem relationalen Charakter. Nur durch ihr Verhältnis zu anderen Waren und deren Produzent_innen wird Wert produziert, zugeschrieben, vollzogen, zum Ausdruck gebracht, eingeprägt, übertragen und erfahren. In dieser Hinsicht kommt den Affekten eine wichtige Rolle zu, da affektive Verhältnisse die Beziehungen zwischen Waren und Produzent_in/Konsument_in formen. Was sich hinter der Ware verbirgt, ist nicht nur ein komplexes Netz von sozialen Verhältnissen oder ein kulturelles Skript der Kodifizierung von Wert. Vielmehr gibt es eine Reihe sinnlicher Erfahrungen, die mit den Arbeitskräften und ihrer Fähigkeit zu fühlen in Beziehung stehen. Diese affektiven Verhältnisse ereignen sich innerhalb eines geopolitischen Rahmens und werden von unterschiedlichen konkreten Arbeitsformen zum Ausdruck gebracht. Eine davon ist die Hausarbeit, eine Synekdoche nicht nur für den Fortbestand der Feminisierung, sondern insbesondere auch für die Beharrlichkeit der Kolonialität der Arbeit im fortgeschrittenen Kapitalismus.


Kolonialität der Arbeit

Obwohl die Nachfrage nach Haus- und Sorgearbeiter_innen in der EU aufgrund der wachsenden Eingliederung von Frauen in den Arbeitsmarkt, einer alternden Bevölkerung sowie der Privatisierung der sozialen Fürsorge stetig steigt[9], kam es in den letzten zehn Jahren zu Einschränkungen, was die Einreise und Niederlassung von Nicht-EU-Bürger_innen angeht. Staatliche Programme, die gesellschaftliche Antworten auf Haus- und Sorgearbeit suchen, sind derweil selten. Da es berufstätige Frauen ablehnen, die alleinige Verantwortung für den Haushalt zu übernehmen, treffen sie gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Haushalts die Entscheidung, diese Arbeit auf andere Personen zu übertragen. Dieser Job wird immer häufiger von einer Gruppe von Frauen übernommen, die durch die gesetzlichen Vorschriften der Migrations- und Asylpolitiken in die Grenzen der „undokumentierten Migration“ sowie der prekären feminisierten Arbeit verwiesen werden. In dieser arbeitsrechtlichen Grauzone, die von partiellen regulativen Maßnahmen bis zu vollständiger Deregulierung reicht, kommt es zur sozialen Entwertung der Arbeitskraft dieser Arbeiter_innen, und zwar durch ihre kulturelle Prädikation als feminisierte und rassifizierte Arbeit. Durch die Gegenüberstellung von Privathaushalten innerhalb der Dynamiken globaler Interdependenzen wird das lokale Gesicht der vergeschlechtlichten und rassifizierten Arbeitsteilung des modernen/kolonialen Weltsystem zu einer direkt greifbaren Wirklichkeit in westeuropäischen Privathaushalten. In dieser Hinsicht werden die Hinterlassenschaften einer kolonialen Ordnung, die durch eine „rassische“ und geschlechtliche Segregation auf dem Arbeitsmarkt sowie durch entmenschlichende Migrationspolitiken neuerlich aktiviert wird, auf individueller Ebene spürbar und in unseren täglichen Begegnungen in mobilisiert. Dies bringt uns zurück zu Anibal Quijano’s Analyse der „Kolonialität der Arbeit“.

Eine koloniale Logik, die implizit mit der Voraussetzung ethnischer und „rassischer“ Trennungen operiert, ist in gegenwärtigen Gesellschaften immer noch in Kraft. Wie Santíago Castro-Gómez und Ramón Grosfoguel beobachten, „der Übergang vom modernen Kolonialismus zum globalen Kolonialismus, ein Prozess, der die durch die Moderne freigesetzten Herrschaftsformen zweifellos modifiziert hat, hat nichts zur Veränderung der Struktur des Verhältnisses von Zentrum-Peripherie auf einer globalen Skala beigetragen“.[10] Diese Perspektive führt dazu, dass gegenwärtige Regierungsformen als in einem sozialen Klassifikationssystem verankerte wahrgenommen werden; ein Klassifikationssystem, das auf der kolonialen Kategorie der „Rasse“ und ihren modernen Interpretationen entlang ethnischer, kultureller und religiöser Trennungen basiert und aus dem der/die „Andere“ der „europäischen/okzidentalen Moderne“ hervorgeht. Auch wenn dies in den nationalen EU-Migrationspolitiken nicht explizit ausgesprochen wird, erinnert die Trennung zwischen „EU-“ und „Nicht-EU“-Bürger_innen an dieses koloniale Klassifikationssystem. Im Fall der lateinamerikanischen Migration nach Europa brachte dies einer Verlagerung, was die öffentliche Wahrnehmung dieser Gruppe angeht: So wurde Chilen_innen, Argentinier_innen und Uruguayer_innen etwa im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Frankreich und Spanien Asyl gewährt; heutzutage jedoch ist der Begriff „Exil“ nahezu vollständig aus den öffentlichen Diskursen verschwunden. Er wurde durch Politiken ersetzt, die auf die Regulierung und Einschränkung des Zutritts zum Gebiet der EU zielen. Obwohl „rassische“ und ethnische Differenzen nicht eigens benannt werden, funktionieren Migrationspolitiken auf den epistemischen Grundlagen einer „kolonialen Differenz“.

Wie Walter Mignolo geltend macht, bringt die „koloniale Differenz“ eine hierarchische Differenzierung und „rassische“ Klassifizierung von Bevölkerungen aus „der“ europäischen Perspektive mit sich.[11] Dass Migrationspolitiken Migrant_innen und Flüchtlingen als „Eindringlinge“, „Betrüger“ und „Fremde“ anrufen und behandeln, beschwört diesen Teil der Bevölkerung als das „Andere“ der Nation; er wird als ein Körper kodifiziert, der den Technologien von Governance, Information, Überwachung und Kontrolle unterworfen ist. Ein genauerer Blick auf das Feld der „undokumentieren Migration“ enthüllt, auf welche Weise institutionelle Definitionen einer Logik der Subalternisierung zuarbeiten. Die Logik, Migration und Asyl durch Kontroll- und Überwachungstechnologien zu regieren, steht im Zentrum des modernen/kolonialen Weltsystems; sie ist der moderne Ausdruck der Kolonialität der Arbeit. Diese Dynamiken sind es, welche die „koloniale Differenz“ sowie die Schaffung einer „Exteriorität“[12] im Verhältnis zu Europa hervorbringen, und zwar nicht nur – wie Enrique Dussel beschreibt – außerhalb des europäischen Territoriums, sondern auch in seinem Inneren. Diese „Exteriorität“ innerhalb Europas wird durch die Anrufung und die Benennung von Nicht-Europäer_innen, osteuropäischen Migrant_innen sowie Flüchtlingen als rassifizierte, ethnisierte und vergeschlechtlichte „Andere“ der Nation geschaffen. Dies ist eine Position, die eine Existenzform augenscheinlich macht; eine Existenzform, die durch materielle Lebensbedingungen erzeugt, von Migrationspolitiken auferlegt und innerhalb der kapitalistischen Logik ertragen wird.


Die Kodifizierung der lebendigen Arbeit

Von einer dekolonialen Perspektive auf transnationale Migrationsstudien und insbesondere auf Hausarbeit auszugehen, führt uns zur Berücksichtigung dessen, was Marx als „Ungleichzeitigkeit“ bezeichnet. Das heißt, die parallele Existenz von zwei Zeitperioden, die sich an ein und demselben Ort ereignen. Eine Möglichkeit, diese diachronische Synchronizität zwischen zwei die Produktionsweisen ausgestaltenden Zeitlichkeiten zu erkunden, ist der Fokus auf die Verschränkung von Moderne und Kolonialität im fortgeschrittenen Kapitalismus. Das Kapital bleibt nicht innerhalb der Fabrikstore, sondern reicht in die soziale Sphäre, in die privaten  zwischenmenschlichen Netzwerke hinein; es absorbiert jene Arbeitskraft, die außerhalb der Kommandos der organisierten Produktion geschaffen wurde. Die Arbeitskraft entspringt der Lebenskraft menschlicher Wesen; sie geht aus ihren subjektiven Fähigkeiten sowie aus ihrem Vermögen zu Kreativität, Relationalität und Affektivität hervor. Nach Maßgabe der Verdichtung von Zeit und Raum wird Produktivität aus den flexiblen Produktionsströmen angeeignet, die aus dem kooperativen, kreativen und affektiven Charakter der lebendigen Arbeit hervorgehen. In dieser Hinsicht werden die biopolitischen Merkmale von Arbeiter_innen, ihr kreatives, kooperatives und affektives Potential, zu einem Ziel der Kapitalakkumulation. Das ließ Wissenschaftler wie Antonio Negri und Michael Hardt folgern, dass die Produktion auf der Ebene des Biopolitischen organisiert ist.

Die Produktivität, die aus unserer Lebenskraft, der lebendigen Arbeit abgezogen wird, „die Diversität der menschlichen Fähigkeiten, der Kooperationspraxen, die sich oftmals außerhalb des direkten Kommandos des Kapitals entwickeln, sowie der ‚Lebensformen‘, welche die produktive Macht ausmachen“[13] wurde zum Ziel der Kapitalakkumulation. In ihrer Analyse des Empires halten Hardt und Negri fest, dass die Inkorporierung neuer Technologien sowie die Produktion von „immateriellen Gütern“, von Information, Wissen, Bildern und Sprachen andere Fähigkeiten der Arbeitskräfte in Anspruch nehmen als jene, die in den fordistischen Fertigungsindustrien zentral waren.[14] Die subjektiven, kreativen, kommunikativen und affektiven Fähigkeiten der Arbeitskräfte sind für die Qualität der Arbeit bedeutend, die durch die in den späten 1980ern erfolgte Reorganisation der Arbeit erforderlich wurde.[15] Innerhalb dieser Entwicklung der Kapitalproduktion identifizieren Negri und Hardt die affektive Arbeit als einen zentralen Aspekt der neuen Qualität der Arbeit. In dieser Hinsicht ist Negris Argument zu verstehen, dass „die Werttheorie ihren Bezug zum Subjekt verliert“.[16] Stattdessen wird der Affekt, zur neuen Chiffre der Kapitalakkumulation, da der Wert der Arbeit zunehmend „im Affekt verortet ist, das heißt, in lebendiger Arbeit, die vom Kapitalverhältnis autonom wird“.[17]

Obwohl dieser Ansatz die Konzentration auf die Hervorbringung „neuer postfordistischer Subjektivitäten“ lenkt, die durch neoliberale unternehmerische Kommandos über Leben und Arbeit bedingt sowie durch die zunehmende Prekarisierung und Feminisierung des Arbeitsmarkts (Precarias a la deriva) gekennzeichnet sind, wird die Tatsache übergangen, dass diese neuen Strategien der Kapitalakkumulation nur in Verbindung mit Produktionsweisen realisiert werden, die an die Logik der Kolonialität der Arbeit sowie der Feminisierung erinnern. Hausarbeit stellt eine Artikulation des diachronischen Verhältnisses von Zeit und gegenwärtigen Arbeitsweisen dar, die unmittelbar in die im fortgeschrittenen und flexiblen Kapitalismus überwiegenden Produktionsweisen eingreifen, aber auch auf Formen der Kapitalausbeutung verweisen, die an „Sklaverei, Leibeigenschaft, Vasallentum und patriarchale Unterwerfungsverhältnisse“[18] erinnern. Während die Hausarbeit als konstitutive Produktionsweise im fortgeschrittenen Kapitalismus in der Analyse der Kapitalproduktion ausgeblendet wird, ist sie paradigmatisch für moderne/koloniale Produktionsweisen im fortgeschrittenen Kapitalismus.


Affektiver Wert

Die Wertform der Hausarbeit ist also unauflöslich mit historischen Genealogien und sozialen Prozessen eines hegemonialen Kampfs verbunden. Als Einschreibung und Indikator einer historisch spezifischen sozialen Ordnung hat der Wert einen Doppelcharakter: einerseits steht er in Bezug zu materiellen Produktionsbedingungen; andererseits zu einem kulturellen Skript der Produktion. Aus dieser onto-phänomenologischen Perspektive operiert Hausarbeit als Einschreibung und Körperlichkeit zugleich; dies wird nicht nur durch ihre affektiven Eigenschaften deutlich, sondern auch durch die vergeschlechtlichte und rassifizierte Einschreibung ihrer Arbeitskräfte. In der Hausarbeit werden die Arbeitskräfte durch feminisierte Fähigkeiten gekennzeichnet; diese stehen mit der Kolonialität der Arbeit in Beziehung. Hausarbeit vollzieht sich also innerhalb und durch ein Feld von kontextualisierten sozialen Praxen und situierter Bedeutungsproduktion, die insbesondere mit Prozessen der Feminisierung und Rassifizierung verbunden sind.

Die Produktivität, die im Zuge der Hausarbeit aus der lebendigen Arbeit gewonnen wird, geht mit einem verborgenen Skript des disziplinarischen Kapitalismus einher, in dem feminisierte und rassifizierte Subjekte gezielt zu „Rohmaterial“ werden, da ihre Arbeit als „natürlich“ kodifiziert wird und weder Kapitalinvestition noch eine Strategie der Kapitalakkumulation erforderlich macht. Das Kapital investiert in der Tat insofern in diese Arbeit, als sie künstlich außerhalb der Kreisläufe der Kapitalakkumulation gehalten wird und ihr grundlegender Beitrag zu dieser ignoriert und verleugnet wird. Die Hausarbeit im Allgemeinen sowie die „undokumentierten Hausarbeiter_innen“ im Besonderen erzeugen also den Ort der „Exteriorität“[19] oder der „kolonialen Differenz“[20]. Ihre Anwesenheit wird weiterhin von Zeitlichkeiten und Bedingungen diktiert, die nicht im Skript des modernem Fortschritts und der Prosperität stehen. Auf symptomatische Weise wird dies in den Arbeitsbedingungen von Hausarbeiter_innen deutlich, die durch mündliche Verträge, ungeregelte Arbeitszeiten, unsichere und prekäre Arbeitsbedingungen sowie durch hohe Abhängigkeit von der Arbeitgeber_in charakterisiert sind. Über die Hausarbeit absorbiert das Kapital das Gepräge des Lebens, die biopolitische Macht menschlicher sozialer Verhältnisse. Obwohl also das Kapital nicht direkt in die Hausarbeit investiert, bildet ihre Produktivität die Grundlage der Kapitalakkumulation. In der gegenseitigen Durchdringung von neuen Weisen der Arbeitsorganisation und klassischen Mechanismen der Arbeitsausbeutung tritt die Hausarbeit an der Schnittstelle unterschiedlicher Zeitlichkeiten in Erscheinung und trägt so zur Produktion und Akkumulation von „Mehrwert“ bei. Dieser wird nicht nur durch die Absorption der physischen und emotionalen Arbeitskraft produziert, sondern auch durch ihr affektives Potenzial.

Der Fokus auf die affektive Dimension der Hausarbeit sowie ihre Berücksichtigung als affektive Arbeit wirft die Frage nach der onto-phänomenologischen Dimension von Wert auf.[21] Denn der Zusammenhang zwischen der gesellschaftlichen Anerkennung der Hausarbeit und ihrer gemeinhin rassifizierten und feminisierten Arbeiter_innenschaft, legt offen, dass die Arbeit nicht nur durch ihre Qualität bestimmt wird, sondern auch durch ihren quantifizierbaren Charakter im Hinblick auf jene, welche die Arbeit ausführen. Hausarbeit ist nicht schlecht bezahlt, weil sie als unproduktiv gilt, sondern weil jene, die diese Arbeit erbringen, feminisierte und rassifizierte Subjekte sind, die gegenüber dem hegemonialen normativen Subjekt als „minderwertig“ betrachtet werden. Nochmals, die Entwertung der Hausarbeit ist Ergebnis einer kulturellen Behauptung und spiegelt hegemoniale Wahrnehmungen wider. Der der Hausarbeit zugeschriebene Wert ist nicht in marxistischen Begriffen von Gebrauchswert oder Tauschwert messbar, da diese Kategorisierung die spezifische biopolitische Eigenschaft dieser Arbeit als reproduktive, emotionale und affektive Arbeit nicht erfasst. Um den dieser Arbeit innewohnenden Wert zu dechiffrieren, der im Zuge ihrer Erbringung produziert und extrahiert wird, müssen wir den affektiven Wert berücksichtigen.

Der affektive Wert stellt im Hinblick auf den Gebrauchs- und den Tauschwert eine „dritte Kategorie“ dar; eine Kategorie, die auf den relationalen und gesellschaftlichen Charakter menschlicher Interaktionen verweist. Er lenkt das Augenmerk auf jenen Wert, der durch die Energien, Gefühle und Intensitäten von menschlichen Zusammentreffen innerhalb eines hierarchischen Systems kolonialer Klassifizierung produziert wird, die in der Logik und in den Dynamiken des modernen/kolonialen Weltsystems verankert sind. Der affektive Wert stellt daher die kulturelle Prädikation der Wertproduktion ebenso in den Vordergrund wie ihre körperliche Dimension. Aus einer solchen Perspektive wird Hausarbeit als eine Stätte sozialer Reproduktion verstanden, an der der Ausdruck, die Einprägung und die Zirkulation von Affekten ebenso wie ihre Übertragung – ihre Affizierung – die körperlichen und sinnlichen Dimensionen von offensichtlich „ausgezehrten und emotionsfreien Kategorien“[22] wie Arbeit und Wert offenlegen. In den zwischenmenschlichen Beziehungen von Hausarbeiter_innen und ihren Arbeitgeber_innen werden diese Kategorien „animiert und animierend“ und setzen ihr „performatives und interpellierendes Potenzial“[23] frei. Folglich ist der in der Hausarbeit produzierte, getauschte und akkumulierte Wert nicht nur eine Artikulation der „körperlichen Intensität der Mehrarbeit“, sondern der Ausdruck „der affektiven Intensität, die mit der Ausbeutung einhergeht“[24].


Literatur:

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[1] Heidi Hartmann, „The Unhappy Marriage of Marxism and Feminism“; Christine Delphy, Close to Home; Dalla Costa, Mariarosa und Selma James. 1973. Die Macht der Frauen und der Umsturz der Gesellschaft.

[2] Mariarosa Dalla Costa und Selma James, op. cit.

[3] Precarias a la deriva, A la Deriva. Por los circuitos de la precariedad feminina. Vgl. diesbez. auf Deutsch außerdem: Dies., „Was ist dein Streik“. Militante Streifzüge durch die Kreisläufe der Prekarität, übers. v. Birgit Mennel, Wien: Turia+Kant 2011 [Anm. d. Übers.].

[4] Vgl. Mary Romero. Maid in the U.S.A, S. 3; vgl. außerdem die Diskussion dazu, wie „Rasse“ in der Beziehung zwischen Hausarbeiter_innen und ihren Arbeitgeber_innen ausgelegt wird in: Mary Rollins, Between Women. Auch die Verhandlung von Klasse und „Rasse“ zwischen Arbeitgeber_innen und Hausarbeiter_inne stellte ein wichtiges Thema für jene Forschung dar, die sich mit globalen Ungleichheiten beschäftigt. Vgl. die Diskussion in: Pierette Hondagneu-Sotelo, Doméstica; vgl. außerdem Nicole Constable, Maid to Order in Hongkong: Stories of Filipina Workers; Bridget Anderson, Doing the Dirty Work; Pei-Chia Lan, Global Cinderellas sowie Rhacel Salazar Parreñas, Servants of Globalization.

[5] Hondagneu-Sotelo, Pierrete, Doméstica: Immigrant Workers Working and Cleaning in the Shadows of Affluence. Berkeley: University of California Press.

[6] Kathleen Stewart, Ordinary Affects, S. 3.

[7] Gayatri Chakravorty Spivak, „Scattered Speculations on the Question of Value“, S. 89.

[8] Karl Marx, Das Kapital, S. 86.

[9] Für weiterführende Diskussionen vgl. Angeles Escriva und Emmeline Skinner, „Moving to Spain at an Advanced Age“; Fiona Williams und Anna Gavanas, „The Intersection of Childcare Regimes and Migration Regimes: A Three-Country Study“; Bridget Anderson, „A very Private Business: Exploring the Demand for Migrant Domestic Workers“.

[10] Santiago Castro-Gómez und Ramón Grosfoguel, „Prólogo. Giro decolonial, teoría crítica y pensamiento heterárquico“, S. 13

[11] Walter Mignolo, Local Histories. Global Designs, S. 16.

[12] Vgl. die Diskussionen in: Enrique Dussel, Von der Erfindung Amerikas.

[13] Sandro Mezzadra hat dies mit Bezug auf Jason Read’s Analyse der Mikropolitik des Kapitals diskutiert; vgl. Sandro Mezzadra, „Leben im Übergang“ und Jason Read, The Micro-Politics of Capital.

[14] Vgl. die Diskussion in Michael Hardt und Antonio Negri, Empire.

[15] Für weiterführende Diskussionen vgl. Maurizzio Lazzarato, Immaterielle Arbeit.

[16] Antonio Negri, „Wert und Affekt“, S. 249.

[17] Ibid. [Übers. mod.]

[18] Marx und Engels, Collected Works: Economic Works, 1861–1864, S. 94.

[19] E. Dussel, Von der Erfindung Amerikas.

[20] W. Mignolo, Local Histories. Global Designs.

[21] G. Ch. Spivak, „Scattered Speculations on the Question of Value“, S. 74.

[22] J. K. Gibson-Graham, Stephen Resnick und Richard D. Wolff, Class and Its „Others“, S. 7.

[23] Ibid.

[24] Ibid.